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10. September 2008

Kroatien Reisebericht: Wandertour auf der Halbinsel Istrien

Kategorie: Kroatien – 17:29

Nachdem wir (Jakob, Jonas & Albert) in Erfahrung gebracht hatten, das sämtliche Last Minute – Flugangebote auf Grund unserer finanziellen Möglich- bzw. Willigkeiten keinen Weg darstellen, mit dem wir dem kalten, nordeuropäischen Winter hätten entkommen können, kamen wir ca. eine halbe Woche vor Ferienbeginn auf die Idee, dass man das Mittelmeer vielleicht auch auf dem Landweg relativ gut erreichen kann.

Und am letzten Schultag stand dann fest:n Am nächsten Morgen geht´s los nach Kroatien! Und so kam es, das wir abends, nach einer 15-Stunden-Wochenendticket-Fahrt, in Salzburg waren, von dort ging es dann durch die Alpen bis nach Villach an der slowenischen Grenze. Dort in der Haider-Provinz verbrachten wir dann ca. 5, nicht allzu warme Bahnhofsstunden, bis früh der erste Zug nach Lubljana (Slow.) fuhr. Um 9 Uhr waren wir dann schon im kroatischen Rijeka an der Adria. Allerdings war die ganze Fahrt mit 100 DM pro Person dann doch nicht so günstig wie wir gehofft hatten, denn jeder slowenische und kroatische Schaffner wollte wieder Geld von uns und die Preise wurden in DM auch nicht gerade abgerundet.

Auf jeden Fall kamen wir, nachdem wir Rijeka mit seiner Touristen-Beton-Promenaden-Küste endlich hinter uns lassen konnten, in eine weniger besiedelte Gegend, wo wir unseren Urlaub, in dem wir die Halbinsel Istrien herunterlaufen wollten, beginnen konnten. Doch wie sah dieser aus?

Nach einer normalen, durchaus frostigen Nacht, die wir mit oder ohne Zelt verbrachten, wartete man in den Morgenstunden im Halbschlaf nur noch darauf, dass die Morgensonne endlich aufgehen und es warm werden würde. So zwischen 8 und 9 kamen wir dann aus unseren Schlafsäcken gekrochen und es gab entweder gleich Frühstück oder wir gingen noch zu einem schöneren Plätzchen. Nachdem jeder seine Weißbrot-mit-Nutella-Portion gegessen hatte und wenn der Kocher mitmachte sogar noch eine Tasse Tee getrunken hatte, “klagte” zwar die Mehrheit von uns immer noch über Hunger und Unterernährung, aber der Tag konnte beginnen.

Es ging dann zu Fuß durch die wunderschöne südländische Landschaft mit Buschland, Wiesen, lichten oder urwaldähnlichen Wäldern. Mittags wenn wir uns zu einer Tütensuppe niederließen war es so warm, dass wir im T-Shirt rumliefen. Dann ging es auch schon ziemlich bald mit der, den Urlaub prägenden Tätigkeit, die von uns immer wieder mit eigenwilligen Wörtern wie heizen, spassten, eimern, spaggen, seppen aber auch mit geläufigeren wie rennen, latschen oder laufen betitelt wurde, weiter. Die Sonne näherte sich dem westlichen Tellerrand am Nachmittag immer bedrohlich schnell, so dass wir, wenn wir den “Abend” mit Ruhe angehen wollten, schon ab ca. 16 Uhr Ausschau nach einem Plätzchen zum Schlafen halten mussten. Dies war teilweise gar nicht so einfach, denn da wir und unsere Finanzen keine Lust hatten Einrichtungen wie Hotels oder herkömmliche Campingplatze in Anspruch zu nehmen, mussten wir unsere eigenen “Campingplätze” in einer möglichst unbesiedelten Umgebung finden. So landeten wir meistens bevor es ca. 18 Uhr dunkel wurde auf einer der unzähligen Terrassen, in einem Wäldchen oder auf einer Wiese (…). Aber einmal geschah es auch, dass wir uns auf einmal kurz vor einer Kleinstadt wiederfanden und uns nichts weiter übrig blieb als nun in einem stadtnahen Wäldchen niederzulassen. Und als wir dann morgens unsere über Nacht bereiften Schlafsäcke in der Sonne trockneten kam Meister Jäger vorbeispaziert. Da ihm keine Reaktion anzusehen war, dachten wir uns nichts weiter, warteten bis unsere Schlafsäcke vollständig trocken waren und wollten gerade losgehen, doch … “Stop! Stop! Kontrolla! Kontrolla! Policja! Policja!” tönte es von hinten. Und nachdem unser Gepäck durchsucht und unsere Personalien aufgenommen wurden saßen wir im Auto auf dem Weg zum Polizeirevier. Nach drei nicht gerade entspannenden Stunden dort, in denen sich die Ordnungshüter neben unseren Personalien hauptsächlich für unsere D-Mark interessieren, ging es dann um die Ecke zum extra für uns zusammengetrommelten (es war Samstag) “Verstoßgericht”. Dort bekamen wir dann Dolmetscher und “Anwalt” (vom Sozialamt) und als wir alle einzeln verhört worden waren, erfuhren wir endlich, was nun eigendlich konkret das Problem war: Dadurch, dass wir nirgendwo offiziel übernachtet hatten waren wir nirgendwo registriert und hielten uns illegal in Kroatien auf!! Uns drohte ein Bußgeld von 50-200 DM pro Person und/oder ein Landesverweiß! Na toll! Aufgrund unserer Minderjährigkeit kamen wir jedoch mit einer Verwarnung und einem versauten Vormittag davon. Doch da keine Saison war und die Zeltplätze geschlossen waren, blieb uns auch weiterhin nichts anderes übrig als “illegal” zu sein. Ab diesem Zeitpunkt versuchten wir zwar immer Leute zu finden, bei denen wir uns irgendwo auf dem Grundstück niederlassen konnten, doch es war gar nicht so einfach jemanden zu treffen, der ein großes Grundstück hatte und verstand was wir wollten. Doch wenn dies, wie zweimal, der Fall war, stand einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege. Allgemein lässt sich sagen, das die Leute sich zwar größtenteils über uns “Zima-Rucksacki” (Zima – Winter) wunderten, aber alle sehr freundlich waren und einmal wurden wir sogar spontan ins Motel zum Spaghettiessen eingeladen.

Da wir nun nach ca. 2 Wochen mit Bus, Aufenthalt und Zug wieder im halbverschneiten Dresden angekommen sind, können wir sagen: “Der Urlaub war schön, aber…” …wenn jemand Lust auf Ähnliches bekommen hat, dann ist das Klima so um Ostern rum wahrscheinlich am geeignetsten. Außerdem können wir euch auch sagen, dass ihr mit einem Kroatienticket der Deutschen Bahn ab drei Personen für den gleichen Preis wie wir (ca. 100,- DM pro Fahrt und Person), aber um einiges bequemer euer Ziel erreicht.( Bei weiteren Fragen meldet euch bei uns persönlich!) Insgesamt war der Urlaub, obwohl die Lebensmittel sogar ein bisschen teurer als hier waren mit 270,- DM pro Person doch recht günstig.

Ach ja! Unser Urlaubsmotto erfuhren wir übrigens so: Als wir durch ein kroatisches Dorf gingen fragte uns ein Mann auf deutsch wohin wir gehen, da wir ihm das nicht sagen konnten kam er von selbst drauf und fragte: “Ohne Plan?!”, wir stimmten zu und zogen weiter…

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