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2. April 2009

Russland Reisebericht: Kamtschatkaexpedition mit WIGWAM-Tours

Kategorie: Russland – 09:13

Wir sind mit WIGWAM-Tours Naturreisen & Expeditionen aus Waltenhofen im Allgäu nach Russland ( Sibirien ) gereist. Dort hatten wir an einer Kamtschatkaexpedition vom 16.8.2008 bis 05.9.2008 teilgenommen. Diese Reise mit WIGWAM-Tours war sehr schlecht organisiert. Wir hatten während der Reise mit mehreren Reisemängeln und Sicherheitsmängeln zu kämpfen. Hier ein Auszug der von uns erlebten Reisemängel:

WIGWAM – Naturreisen hatte den russischen Vertragspartnern für die gesamte Reise nicht alle Vertragsgelder überwiesen, da die russischen Bankverbindungen fehlten. Somit sollte erst gegen Ende der Reise die Vertragsgelder ausbezahlt werden. Dies wollten die Russen während der Reise nicht akzeptieren.

So wurden wir als Reisende schon zu Beginn der Kamtschatkareise über mehrere Tage hinweg mit in die strittigen Geschäftsbeziehungen zwischen WIGWAM-Tours und den Russen mit involviert und während des gesamten Reiseverlaufs damit psychisch mitbelastet worden.

So bestand die Gefahr, dass wir als Reisende Schwierigkeiten während dieser Reise bekommen könnten.Dies ist dann auch so geschehen. Denn bereits ab dem 2. Reisetag hat der deutsche Reiseleiter uns berichtet, dass auch der russische Reiseleiter, der gleichzeitig auch den Truck gefahren hat, auch sein Vertragsgeld vom Reiseveranstalter nicht vollständig erhalten hat.

Somit sei nun „ völlig unklar“, ob und inwieweit er uns als Fahrer weiterhin zur Verfügung steht.

Der russische Reiseleiter hatte täglich moniert, nicht mehr die Reisenden weiterzubefördern, wenn er nicht endlich auch vom Reiseveranstalter das restliche Vertragsgeld erhält.

So mussten wir tagelang bangen, ob und inwieweit die Reise überhaupt weitergeht, oder ob die russischen Vertragspartner mit dem LKW „ sich über Nacht „ heimlich verabschieden werden und die gesamte Reisegruppe einfach in der Tundra zurücklässt.

Der Höhepunkt eskalierte dann, als alle Reisenden dann von den Russen völlig überraschend vor das Hotel gebeten wurden.

Wir wurden während des Frühstückes völlig unerwartet von den russischen Vertragspartnern gegen 9.00 Uhr morgens vor das Hotel bestellt.

Hier hat man der gesamten Reisegruppe mitgeteilt, dass der Reiseveranstalter nicht die ganze Vertragssumme überwiesen hat und hier noch weitere Vertragsgelder gezahlt werden müssen.

Und sollten wir nicht sofort (alle Reisende) bereit sein aus eigener Tasche „ die Reise weiter zu finanzieren „ so wird die gesamte russische Crew einschl. der extra für WIGWAM-Tours gemietete LKW einfach abgezogen und wir bleiben auf eigene Gefahr und Kosten im Hotel zurück.

Erst nach stundenlangen Warten und Hoffen vor dem Hotel und durch den privaten finanziellen Einsatz einiger Mitreisende und stundenlangen Diskussionen des Reiseleiters mit den Russen hatten sich die russischen Vertragspartner vorerst weiter erklärt, die Reise weiter fort zu führen.

Allein hier wurde ein ganzer Urlaubstag sinnlos vernichtet, weil unser Reiseveranstalter nicht rechtzeitig die russischen Geschäftspartner vollständig finanziell befriedigt hat.

Wir haben WIGWAM-Tours 2 Monate vor der Kamtschatkareise über 7000,00 Euro ordnungsgemäß überwiesen.

Dann können wir auch für diesen Preis eine einwandfreie und zügige Reise vom Reiseveranstalter erwarten.

Und nicht, dass man auch schon am Vortag der Eskalation bei allerschönstem Wetter eine weitere Stunde uns im LKW schwitzen lässt, nur weil die russische Crew im Internetcafe den bisherigen Schriftwechsel mit WIGWAM-Tours ausdruckt und jedem Reisenden zur Kenntnisnahme in die Hand drückt.

Und dann erst weiter zum nächsten Geldautomaten mit der gesamten Reisegruppe fährt und den deutschen Reiseleiter auffordert, weiteres Bargeld am Geldautomaten für das Fortbestehen der Reise abholen zu müssen.

Auch hier am Vortrag sind durch die unnötigen Wartezeiten weitere 2 Stunden in Verlust geraten und wir wurden unnötig durch die russischen Vertragspartner aufgehalten.

Wir mussten in dieser Reise tagelange psychische Belastungen ertragen.

Dadurch ist uns massive Urlaubsqualität verloren gegangen.

Nach der Reise erfolgte vom Reiseveranstalter keine Entschuldigung.

Kein finanzielles Entgegenkommen.

Nicht einmal ein simpler Standart-Entschuldigungsbrief.

Nur Schweigen.

Weitere Reisemängel die wir während der Reise zu beklagen hatten:

a) ein fehlendes, großes Gemeinschaftszelt:

Der Reiseveranstalter hat ein viel zu kleines Gemeinschaftszelt zur Verfügung gestellt, wo bei Schlechtwetter alle Reiseteilnehmer keine Sitz- und/oder Unterstellmöglichkeit hatten.

Ein großes Gemeinschaftszelt, welches für mindestens 10 – 15 Personen Platz für einen Aufenthaltsmöglichkeit bietet ( z. B. fürs Frühstücken/Mittag/Abendessen ) war auf dieser Reise nicht vorhanden.

Stattdessen bot das zur Verfügung gestellte Gemeinschaftszelt nur 2 Personen eine unzureichende Unterstellmöglichkeit, da bei Regen in diesem viel zu kleinen Gemeinschaftszelt der Frühstückstisch mit aufgestellt werden musste und somit höchstens gleichzeitig 2 Personen sich dort das Frühstück zubereiten konnten.

Die anderen Teilnehmer mussten solange im Regen oder in Ihren Zelten verbleiben,

b) mangelnde Sitzgelegenheiten

Viel zu wenig Sitzgelegenheiten (Campingklappstühle) waren vorhanden.

Nur 4 Klappstühle gehörten zum gesamten Equipment.

Die anderen Reisenden + Reiseleiter + russische Crew * also für weitere 10 Personen-
* waren überhaupt keine Sitzgelegenheiten vorhanden.

c) völlig desolates und veraltertes Kochgeschirr/Wärmekannen etc.

Das vorhandene Kochgeschirr: Suppentopf/Wärmekannen etc. waren sehr stark verdreckt und beschädigt.

Der Suppentopf war so stark zertrümmert und von allen Seiten massiv eingedrückt, sodass auch hier der Reiseveranstalter neben einem ordentlichen neuen Zelt, einer ausreichenden Sitzgelegenheit und einwandfreiem Kochgeschirr hierfür hätte Sorge tragen können.

d) völlig zerstörter gemeinschaftlicher Esstisch.

Dieser war ein ausklappbarer Tapeziertisch, der in Mitte zerbrochen und durchgeschlagen war.

Wir denken, wenn Kunden schon solch einen TOP – Reisepreis bezahlen, so können diese auch ausreichendes und einwandfreies Equipment vom Reiseveranstalter erwarten.

e) Der täglicher Tourverlauf:

Da regelmäßig bis nachts gegen 1 Uhr am Lagerfeuer „ gefeiert „ wurde war an ein frühes Aufstehen einzelner Gruppemitglieder nicht zu denken.

So wurde dann vom deutschen Reiseleiter – zu unserem Unverständnis und Bedauern – erst gegen 9 Uhr morgens das Frühstück gemacht und dann erst gegen 10.30/11.00 Uhr das Lager verlassen.

Dann ist aber schon mindestens 2-3 Stunden täglich gute Zeit vertrödelt worden.

Und das Tag für Tag.

Insgesamt sind dadurch schon weitere 2-3 volle Urlaubstage verloren gegangen, da diese durch das verspätete Ausstehen viel Urlaubszeit vertrödelt wurden.

Hätten wir vor Ort die Möglichkeit gehabt unkompliziert den Flughafen zu erreichen, so hätten diese hier und jetzt die Reise vorzeitig abgebrochen und wären sofort wieder nach Deutschland zurückgeflogen.

f) Begehung der Vulkane Tolbatschik, Mutnovski, Goreli und Avacha-Vulkan.

Bei allen 4 Vulkanen hat nicht ein einziges Mal der deutsche Reiseleiter die Gruppen geführt.

So wurde nur der russische Reiseleiter zur Führung der Gruppe eingesetzt.

Da wir zur schwächeren 2. Gruppe gehörten, war für uns nun kein Reiseleiter mehr vorhanden.

So wurde vom deutschen Reiseleiter ein weiterer Mitreisender, der die Gegend ebenfalls nicht kannte für uns zur Aufsicht und Begleitschutz ersatzweise miteingesetzt hat.

Seit wann werden bei Expeditionsreisen Mitreisende, die das Gebiet ebenfalls nicht kennen und selbst zum 1. Mal in Kamtschatka sind, zum Schutz und Dauerbegleitung von anderen Mitreisenden eingesetzt?

Unser Leben und unsere Sicherheit wurden somit einem Laien und sehr jungen und unerfahrenen Mitreisenden überlassen, der selbst keinerlei Kenntnisse und das Land verfügt !!!

Und über große Teilstrecken konnten wir den schnellen Schritt des jungen Mitreisenden auch nicht mithalten und waren somit über große Strecken ohne jegliche Aufsicht und Schutz und konnten bei einem Fehltritt schwere gesundheitliche Schäden erleiden.

So geschehen bei der Besteigung und Rückweg der Vulkane Goreli und Mutnowski, wo ebenfalls kein Reiseleiter für uns zur Führung, Aufsicht und Schutz vorhanden war, da die russischen Begleiter mit der 1. stärkeren und schnelleren Gruppe unterwegs waren.

In unserer gesamten Reisezeit ist uns noch nicht ein Fall von solch grober Fahrlässigkeit untergekommen, dass Kunden einfach bei mehreren Vulkanbesteigungen sich selbst überlassen bleiben und keinen Beistand und Schutz weder durch einen qualifizierten deutschen oder auch russischen Reiseleiter hatten.

g) eine Reise nach Esso

Alle Reisenden sollten in 2 Tagen in Esso den Naturvölkern widmen.

In der Praxis sah das dann so aus:

Nach Esso war eine Anreise von 5 Stunden ( 200 km ) im LKW erforderlich.

Spät abends in Esso angekommen, wurde lediglich eine Übernachtung vorgenommen und am nächsten Tag sind wir morgens um 10 Uhr ins Museum gegangen.

Umgehend nach dem Museumsbesuch wurde die Reisegruppe wieder zurückgefahren.

Das bedeutet für alle Reisende nochmals eine 5 Stunden Fahrzeit ( 200 km zurück ) für die Rückfahrt.

Wir wurden 400 km = 2 Tagen hin- und her gefahren und mussten insgesamt 10 Stunden im LKW sitzen nur um in Esso ein kleines Museum zu sehen und danach wieder zurückzufahren.

h) Lebensmittelversorgung während der Reise:

Auch beim Kauf von Lebensmitteln wurden nur einfachste und preiswerteste Grundnahrungsmittel eingekauft.

Weiterhin fehlte ein separaten Koch + Hilfskoch + Dolmetscher. Sämtliche Aufgaben hatte der deutsche Reiseleiter zu bewältigen.

Warum bei solch einem hohen Reisepreis nicht zusätzlich ein Koch/Köchin eingestellt wurde, der sich ausschließlich nur mit der Essenszubereitung und Essensbeschaffung beschäftigt, ist für uns ein Rätsel.

Eine zusätzliche Köchin, welches bei den anderen Reiseunternehmen Standart ist, fehle hier vollständig.

Dadurch konnte der deutsche Reiseleiter seinen Aufgaben nicht ordentlich nachkommen, da er die Reisezeit für regelmäßiges Einkaufen verschwenden und alle 3- 4 Tage mit der gesamten Reisegruppe erst einkaufen gehen musste um somit zusätzlich die Essensversorgung sicherzustellen.

Dadurch musste die Reisegruppe ebenfalls zeitliche Einschränkungen durch Wartezeiten des Einkaufes des Reiseleiters hinnehmen.

i) Verpflegungskasse vor Ort.

WIGWAM-Tours ist der einzige Reiseveranstalter, wo zusätzlich noch 150,00 Euro Verpflegungsgeld vor Ort gefordert werden.

Vergleiche mit anderen Reiseveranstaltern werden beim gleichen Reisepreisniveau sogar mehr Personal beschäftigt sowie kein zusätzliches Verpflegungsgeld noch vor Ort vom Reiseleiter einkassiert.

Wir haben ausgerechnet, dass uns durch die verschiedenen Reisemängeln mindestens 5 Tage wertvolle Reisezeit verloren gegangen ist.

Ergebnis: Eine für uns sehr unbefriedigende völlig erlebnislose und zeitlich vergeudete Kamtschatkareise, die durch massiven Reise- und Sicherheitsmängel begleitet wurde.

4.50 von 5 Punkten, basierend auf 8 abgegebenen Stimmen.
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1 Kommentar »

  1. toller bericht! hat mich sehr an unsere reise nach sibirien erinnert!

    Kommentar von russland reisebericht — 15. Dezember 2009 @ 13:53

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