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13. August 2008

Venezuela Reisebericht: Merida

Kategorie: Venezuela – 13:46

Mit dem Flugzeug geht die Reise zuerst nach Caracas und von dort aus einen Tag mit dem Bus oder eine Stunde mit dem Flugzeug nach Merida. Merida liegt wunderschön in den Bergen und erstmal ist Südamerika vergessen, denn normalerweise werden Tropen und Meer und Hitze mit Südamerika assoziiert, allerdings erinnert es einen hier fast an die Alpen.

Ein Blick auf die Häuser versetzt einen nach Spanien. Das ist auch leicht zu erklären, denn die Spanier haben hier alles kolonisiert. Die Plätze oder Häuser oder Parks wirken so, als wäre der Tourist mitten in Spanien. Allerdings kommen so gut wie nie Deutsche hierher. Die Berge sind wunderschön, denn sie führen bis zum Himmel. So viel ich weiss ist auch in Merida die höchste Bergbahn der Welt zu finden. Und so konnte ich es mir nicht verkneifen, mir ein südamerikanisches Frühstück zu bestellen. Der Wirt zog die Augenbrauen nach oben und wunderte sich und ich wunderte mich über den Wirt. Aber warum ist es ein Problem zu bestellen, was dort von den Einheimischen gegessen wird? Ich bestellte und es kam: Zuerst einmal Rühreier und Toast. Dann ein grosser gemischter Salat. Dann Brötchen mit Marmelade. Dazu Kaffe und Tee und Saft. Dann kommen Pfannkuchen. Nun kommt ein Steak. Mit Weissbrot. Und wer denkt nun, das ist alles? Nein. Es kommt eine grosse Obstplatte. Eigentlich sagt es ja der deutsche Spruch: Frühstücke wie ein Kaiser. Und als Abschluss gibt es Kuchen. Und jetzt ist man satt. Und ein zweites Mal habe ich das nicht bestellt. Mit dem Auto in die Berge. Dort die sogenannten Einheimischen besuchen. Das ist absurd und real. Die Leute in der Stadt nennen die Indios oder Indianer Ureinwohner und sehen sich selbst nicht so. Auf die Frage, wie sie sich denn sehen wenn nicht als Einheimische, also die Menschen in der Stadt, dann kommt immer eine merkwürdige Antwort. Bei den sogenannten echten Einheimischen gibt es zu kaufen eine fantastische Marmelade, wie ich sie noch nie in Europa bekommen habe. Es schmeckt, auch wenn die Früchte kombiniert worden sind, noch fruchtiger als das Obst selbst. Und die Einheimischen erzählen stundenlang, fast so wie bei Oma am Kamin und freuen sich wenn sich Fremde für ihre Kultur interessieren. Noch eine Eigenart in der Stadt, bei den Stadtmenschen, die aber auch Einheimische sind meiner Meinung nach. Verabredungen haben keinen Sinn. So etwas wie Pünktlichkeit oder Termine haben nie funktioniert. Das geht dort ganz anders. Man geht los und will einen Bekannten treffen und trifft ihn. Ganz anderswo wie geplant, aber es funktioniert. Mal im Park oder mal im Restaurant. Sie würden sonst das Privatleben als Arbeit sehen, wenn Freunde sich zu Uhrzeiten verabreden würden. Jährlich gibt es ein weltweites Clownfestival mit Humoristen aus aller Welt. Egal ob aus Europa oder den USA, wer Spass und ein Komikprogramm hat, der fährt nach Merida und dort gibt es Strassenprogramm oder Freilufttheater oder Bühnenshows. Inspirtiert vom Festival of Fools in Amsterdam wird dort Humor kultiviert und das ist schon ein merkwürdiges Gefühl für Touristen.

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